Krim: Zarencharme trifft nouveau riche

Krim. Wo einst die Romanows kurten, ist heute der Geldadel in Luxusautos unterwegs, protzt mit Designerkleidung und wertvollen Uhren und schlürft französischen Champagner. Doch auf der Halbinsel Krim urlaubt auch das gemeine Fußvolk bei Wodka und Cola.




Schaschlik, Sekt und Schwarzmeerflotte. Die Republik Quirim Muhtar Cumhuriyeti, auch „Krim“ genannt, hat die Russen schon immer verrückt gemacht. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn sie mittlerweile ukrainisches Staatsgebiet ist und Russen nur zu Gast sind. Allerdings zu Hunderttausenden, vor allem im Sommer. Die Schwarzmeerstrände der Halbinsel sind die Badewanne der GUS-Genossen geblieben.

Der Bahnknoten Simferopol ist in den schwülen Sommermonaten wohl der geschäftigste Ort der gesamten Ukraine. Die Sonderzüge aus Kiew und Dnjepropetrowsk sind über Wochen ausgebucht, im Stundentakt rollen Züge aus Minsk und Nowosibirsk an, die werktätige Sonnenanbeter in den Urlaub bringen.

Schon über 55 Stunden ist Gospodin Oleg aus Irkutsk unterwegs, in der billigeren Platzkart-Klasse, da die Kupetny-Waggons schon ausgebucht waren. Viel Zeit für seine Gattin Irina, ihr wasserstoffblondes Haar noch heller zu färben, grinst er und füllt Wodka in einen Becher. Nasdrowje! Prost!

Er ist nicht der Erste heute und nicht der einzige mit großem Durst am frühen Morgen. Goldzähne, Trainingsanzüge mit zwei Streifen, Adidas-Sticker überall. Salami und Chleb, das Brot, sind in Zeitungspapier verpackt. Slawisches Liedgut ertönt die halbe Nacht über, weniger melodisch als melancholisch, aus koreanischen Kassettenrekordern und gut geölten Karaoke-Kehlen, bis es selbst den Prowodniks, den Schaffnern, zu viel ist. Irgendwann schlafen sie alle, der Sonne, dem Strand und Meer entgegen.

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