Expedition ins Land der Schwarzen Pharaonen

Während der Süden des Landes unter den Nachwehen des Bürgerkriegs leidet, gehen im Norden Touristen aus aller Welt auf eine Zeitreise ins alte Nubien. Und werden mit orientalischer Gastfreundlichkeit willkommen geheißen.





Schon gut möglich, dass sie ihn erst gestern eingemauert haben. Den letzten Stein gesetzt und den Eingang verschlossen haben, um in endloser Prozession davonzumarschieren. Und über Nacht kam die Wüste. Stürme trugen feinsten Sand herbei, türmten die gelben Körnchen zwischen den Pyramiden auf, modellierten bei Dunkelheit Dünen vor den angrenzenden Tempel des verstorbenen Pharaos. Die Hieroglyphen dort sind seltsam klar, frisch, wie gerade eben gemeißelt.

Die Göttin Isis schaut dem Toten hinterher. Jeder ihrer Züge ist sichtbar, kaum ein Detail verwittert, fast nichts weggeschrubbt von den Jahrtausenden. Und ein paar Schritte weiter liegen noch die Steine, aus denen die Maler von einst die Pigmente für ihre Farben gelöst haben.

Viele der über 20 Pyramiden von Meroe im Sudan sind in einem Zustand, als wären sie erst vor kurzem errichtet worden und als lebten ihre Baumeister noch heute in den nahe gelegenen einfachen Dörfern unten am Nil, in spartanischen Häusern aus Lehm. Es ist, als kannten die vier Reiter, die morgens auf ihren Dromedaren am Ausgrabungsfeld vorbeiziehen, die Pharaonen noch persönlich. Nicht anders ist es bei den 300 Kilometer entfernten Pyramiden von Jebel Barkal.

Die riesigen Grabmale sind auch deshalb so gut erhalten, weil sie tief im größten Land Afrikas weit abseits der weltweiten Reiseströme verborgen liegen. In Meroe führt nicht einmal eine asphaltierte Straße zu den fast zweieinhalb Jahrtausende alten Wunderwerken im Wüstensand. Erreichbar ist die Ausgrabungsstätte wie die meisten im Sudan nur über Pisten und mit Geländefahrzeugen. Eindeutig kein Terrain für Reisebusse, nichts für Massentourismus.

Mehr Reiseinfos unter: onrail.at

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