Brüssel: Spaltpilz und Hortensienblüte

Zwischen Flamen und Wallonen herrscht eisige Stimmung. Nicht einmal Politiker können garantieren, dass Belgien in 20 Jahren noch als Staat existieren wird. Wer die sezessionswillige Region Flandern erleben will, wie sie noch ist, sollte sich bald auf die Reise begeben.



Die Zeitungen widmen sich Belgien seit geraumer Zeit eher auf den Politikseiten als im Reiseteil. Vordergründig kocht der Sprachenstreit über: Niederländisch gegen Französisch. Doch in Wahrheit geht es vor allem ums liebe Geld. Die reichen Flamen haben es satt, im bodenlosen Fass der armen Wallonen weiterhin jährlich zehn Millionen Euro zu versenken. Bricht also das Königreich entlang dieser kaum sicht-, dafür aber umso hörbareren Demarkationslinie auseinander? Mykologen diagnostieren schon „Fungus belgicus“, den gemeinen Spaltpilz. Auch die flämische EU-Abgeordnete Mia de Vits meint pessimistisch: „Ich kann nicht sagen, ob Belgien in 20 Jahren noch existieren wird.“ Ganz undenkbar ist das Undenkbare also nicht mehr. Erst vor einem Jahr – und nicht am 1. April – schockierte ein frankophoner TV-Kanal des Landes seine Zuseher mit der „Ente“, das flämische Parlament hätte eben seine Abspaltung beschlossen, König Albert II. befände sich auf der Flucht und suche in der ehemaligen Kolonie Kongo um Asyl an. Und die Regierung der Region Brüssel – der dritten neben Flandern und Wallonien – hätte sich im Atomium zu einer Krisensitzung versammelt.

Apropos Atomium: Belgiens prominentestes Wahrzeichen wurde rechtzeitig zu seinem heurigen 50. Geburtstag runderneuert. Man hat dem Modell eines 165-milliardenfach vergrößerten Eisenkristall-Moleküls die ermattete Aluhaut abgezogen und durch Platten aus rostfreiem Stahl ersetzt, die so dünn sind, dass diese Verschönerung gleichzeitig als Fastenkur wirkte: Das Monument wiegt jetzt nur noch 2.400 Tonnen, um 50 weniger als vorher. Über zwei Jahre hat die Renovierung gedauert und 27,5 Millionen Euro gekostet.

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