Helgoland: Rote Kant, weißer Strand

Kaiser Wilhelm II. musste sich nach seinem Entschluss, ostafrikanisches Gebiet für Helgoland herzugeben den Vergleich gefallen lassen, er hätte eine Hose gegen einen Knopf getauscht. Die Bewohner und Besucher der kleinen Nordsee-Insel sehen das anders.



Eine steife Brise weht. Hoch schlagen die Wellen an die Bordwand des schnittigen Seebäderschiffes „Kloar Kimming.“ Als der rote Felsen in Sicht kommt, atmet das Ehepaar aus Wien erleichtert auf. Leute vom Festland sind eben eine stürmische See nicht gewohnt. „Welkoam iip Lunn. Das ist Inselfriesisch und heißt: Willkommen auf Helgoland!
Peter Dirk, Helgolands einziger, seit 45 Jahren hier ansässiger Taxifahrer, nimmt die jungen Leute gleich an der Mole in Empfang und bringt sie in seinem surrenden Elektrowagen zum Hotel „Rickmers Insulaner“ direkt an der Promenade. Während der Fahrt weist er auf die besonderen Beziehungen zwischen der Insel und Österreich hin: „Die Seeschlacht von 1864 gegen Dänemark wäre ohne die Hilfe Ihres Generals Tegethoff nicht zu gewinnen gewesen. Die Helgoländer Straße in Wien erinnert an diesen Waffengang ebenso wie das monumentale Schlachtengemälde in unserem Rathaus.“


Deutschlands knapp zwei Quadratmeter große Hochseeinsel verzeichnete im letzten Jahr wieder an die 430.000 Besucher. Dieser „Invasion“ stehen 1388 Einheimische gegenüber. Peter Dirk freut sich, dass auch eine wachsende Zahl ausländischer Gäste herüber kommt, um die garantiert keimfreie Luft zu schnuppern, im neuen sensationellen Meerwasserschwimmbad – dem Mare Frisicum Spa – zu plantschen und zollfrei einzukaufen. Denn die ganze Insel ist ein Shoppingparadies. Nirgendwo sind Whisky, Cognac, Parfums und Zigaretten so billig wie hier. Das lockt viele Tagesgäste aus Hamburg und Cuxhaven an.

Wenn gegen Abend das letzte Schiff abgelegt hat, kehrt Ruhe ein, und die Urlauber können sich auf den drei „Etagen“ Helgolands ergehen: dem Unterland, Mittelland und Oberland. Besonders reizvoll ist der Blick auf die offene See von der Spitze. 182 Stufen führen hinauf.
Hier reiht sich ein gemütliches Restaurant an das andere. Nur fangfrisches Meeresgetier kommt auf den Tisch. Empfehlenswert sind „Knieper“, große Taschenkrebse, deren zartes Scherenfleisch nussig schmeckt. „Die Knieper haben den Platz unseres berühmten Helgoländer Hummers eingenommen, der nur noch in kleinen Mengen vorhanden ist“, sagt Detlev Haas, ein Hummerfischer.


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