Italien: Zwischen Papst und Parmesan

Die Zeit hat in der Po-Ebene ihre Spuren hinterlassen. Wo früher die pure Landidylle herrschte, stehen heute Fabriken. Ursprüngliche Fleckchen gibt es im Land der Mathilde aber immer noch.



Bei meinem Reisepartner, dem pensionierten Leiter der Kulturredaktion einer rheinischen Wochenzeitung, macht sich Enttäuschung breit. „Als ich vor 25 Jahren das erste Mal durch die Po-Ebene fuhr, war hier alles satt und grün, und es gab nur vereinzelte Bauernhöfe“, erinnert er sich voller Wehmut und Nostalgie.

Heute sieht es in der Tat ganz anders aus zwischen Reggio und Piacenza. Grüne Weiden gibt es zwar immer noch, doch die Autobahn, die parallel zur antiken Via Aemilia verläuft, ist gesäumt von schnell hochgezogenen Industriehallen, Autobahnzubringern und uniformen Wohnsiedlungen. Aus den einst beschaulichen Bauernhöfen sind aufgrund der weltweiten Nachfrage nach Parmaschinken und Parmesankäse Betriebe für Massentierhaltung geworden. Das wirtschaftliche Herz Italiens fordert seinen optischen Tribut. Wer liebliche Landschaften und romantische Bergdörfer sehen möchte, muss etwas weiter in die Toskana fahren.

Doch die Emilia, der westliche Teil der Region Emilia Romagna, wartet immer noch mit versteckten Reizen auf: mit den Hinterlassenschaften einer gewissen Mathilde etwa, die in der Zeit des Investiturstreites als Vermittlerin zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. eine tragende Rolle spielte.

Während der Konflikt zwischen geistlicher und weltlicher Macht hierzulande jedem Schüler ein Begriff sein dürfte, spielt die gebildete Frau, die sich in der damaligen Männerwelt durchzusetzen wusste, im Geschichtsunterricht meist keine Rolle. In Italien hat sie dagegen beinahe den Status einer Nationalheiligen. Jahr für Jahr pilgern 12.000 Anhänger zu den kärglichen Überresten der Burgruine von Canossa hinauf – ein durchaus beschwerlicher Weg.

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