Marseille: Eine Stadt im Seewind

Frankreich. Es ist 26 Jahrhunderte alt, hochmodern, luxuriös und etwas heruntergekommen: Marseille, das Tor zur Provence, steckt voller Gegensätze und gibt genau deshalb ein lohnendes Reiseziel ab.



Ein bleigrauer Himmel hängt schwer über der Hafenstadt im Golfe de Lion. Nieselregen setzt ein und schafft ein Verkehrschaos auf der Canebière, einer lärmenden Verkehrsader, die sich frei mit „Reeperbahn“ übersetzen lässt. Hier wurden früher wie in der Partnerstadt Hamburg Taue für die Schifffahrt „geschlagen“. Der Regen hat Mélina Como einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Eigentlich wollte ich Ihnen unser Marseille bei strahlendem Sonnenschein vorstellen“, sagt sie betrübt. „Ich muss mich bei Ihnen für das wirklich schlechte Wetter entschuldigen.“ Mon dieu!

Gegen Mittag klart der Himmel endlich auf. Eine sanfte Brise weht vom Mittelmeer herüber. Die Metropole verwandelt sich von einem Augenblick zum anderen, wie von Zauberhand berührt. Die Straßencafés füllen sich mit Menschen. Teller klappern, Gläser klirren. Ein verführerisches Aroma aus gegrilltem Fisch, exotischen Gewürzen und Knoblauch liegt in der Luft. Die Segeljachten im Vieux Port lichten ihre Anker, nehmen Kurs aufs offene Meer. Ja, dies ist Marseilles wahres Gesicht, versichert uns Mélina, der Regen von vorhin sei so etwas wie ein „meteorologischer Betriebsunfall“ gewesen. Oui!

Mit der alten Fähre, die schon der Autor Marcel Pagnol benutzte, schippern wir durch den Mastenwald des Alten Hafens. Am Nordufer erhebt sich das barocke Rathaus. Sehr nüchtern gegenüber dieser Pracht nehmen sich die Zweckbauten zur Rechten und zur Linken aus. „Kriegsschäden“, sagen die Einheimischen einsilbig. Marseille wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. „Aber werfen Sie doch einmal einen Blick hinter die Place Villeneuve-Bargenon!“ Hier prunken die meisterhaft restaurierten Fassaden von Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert.

Eine Jolle schneidet die Fähre. Der Mann an Bord grinst und weist mit dem Finger auf den Hügel am südlichen Ufer. Auf dem Gipfel erhebt sich die Kathedrale Notre-Dame-de-la-Garde, das unübersehbare Wahrzeichen Marseilles. Die vergoldete Mutter Gottes mit dem Jesuskind auf dem Arm misst fast 13 Meter.

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