Donau: Dem Nibelungenlied folgen

Auf den Spuren der schönen Kriemhild und des Drachtentöters Siegfried: Mit dem Nibelungenlied als Wegweiser geht’s vom Rhein bis nach Ungarn.




Der „grimme Hagen“ sieht so finster, so Furcht erregend aus, wie er da in Bronze gegossen auf dem Sockel eines ehemaligen Rheinkranes am Stadtrand von Worms steht und den Nibelungenschatz in den Rhein schleudert, dass wir ihm den Mord am ahnungslosen Helden Siegfried bei der Quelle im Odenwald durchaus zutrauen. Zu dieser Quelle am Spessartskopf nahe Grasellenbach ist es nicht weit.

Vom Parkplatz an der Siegfriedstraße heißt es, ein Stück den steilen Pfad bergauf zu steigen. Oben, im geheimnisvollen Halbdunkel des Waldes murmelt die Quelle, an deren Rande „solch schwere Untat geschah“, wie auf dem alten Kreuz gleich daneben zu lesen steht.

Das Hagendenkmal am Rhein und der Siegfriedbrunnen im Odenwald sind nur zwei Stationen auf einer Reise, bei der uns ein ungewöhnlicher Führer leiten soll: das Nibelungenlied. Das älteste Epos in deutscher Sprache als Reiseführer? Warum nicht?

Wir müssen uns nur bewusst sein, dass der bislang immer noch unbekannte Verfasser dieser mittelalterlichen Soap Opera, in seinem Werk Personen und Ereignisse aus tausend Jahren zusammen gebracht hat.

Im ersten Teil des Liedes, „Siegfrieds Tod“ genannt, ist lediglich Worms eine greifbare Größe. Unser Führer schildert die Stadt als Residenz eines Burgunderkönigs Gunther. Den hat es zur Völkerwanderungszeit tatsächlich in Worms gegeben. Auch jenen Dom, auf dessen Treppe die Königinnen Kriemhild und Brunhild ums Recht stritten, als Erste die Kirche betreten zu dürfen, gab’s zumindest in Anfängen bereits damals. Eine Merowingerfürstin Brunichildis hat ihn gestiftet.

Auf der Fahrt von Worms aus in den Odenwald machen wir Halt in Lorsch. Hier hat dem Liede nach Kriemhild ihren toten Siegfried in einem „langen Sarge“ beisetzen lassen. Vor dieser besonderen Sehenswürdigkeit im Torbogen des einstigen Klosters Lorsch, stehen wir und denken darüber nach, wer wohl in dem Sarg, der aus der Völkerwanderungszeit stammt, begraben wurde. Man weiß es nicht ...

Lust auf die komplette Reportage von Christoph Wendt? Dann bestellen Sie jetzt die aktuelle Ausgabe des Magazins eurocity (4/08) oder am besten gleich ein Jahresabo um nur 7,99 Euro bei unserem Leserservice (Tel. 01/740 95-466 oder per Fax 01/74095-477).


Mehr Reiseinfos unter: onrail.at

Österreichs Hauptstädte im Detail.
Detailinformationen der österreichischen Hauptstädte und ihre Katastralgemeinden.
Wien, St. Pölten , Eisenstadt, Linz, Salzburg, Graz, Klagenfurt,
Innsbruck, Bregenz