Triest: Jenseits von Miramar

Die Geschichte hat die einstige k.u.k. Adriametropole massakriert. Das neue Italien machte aus der Hafenstadt eine Ikone des Nationalismus, die an der Krankheit der Erinnerung leidet. Aber sie ist noch immer einen Besuch wert.



Die schicke Triestinerin Lorenza Resciniti öffnet die Tür zu ihrem Reich, der Casa Morpurgo, einer Patrizierwohnung im Herzen der Altstadt von Triest. In der opulenten Casa spiegelt sich die glorreiche Vergangenheit des imperialen Hafens wider.

Die große, schlanke Kunsthistorikerin Resciniti streicht ihr glänzendes schwarzes Haar mit anmutigen Bewegungen aus dem dezent geschminkten Gesicht. Sie arbeitet als Kustodin im „Civico Museo Morpurgo di Tries-te“. Im zweiten Stock eines Gründerzeithauses in der Via Imbriani hütet sie ein verborgenes Juwel unter den Museen der Stadt Triest.

Die Casa Morpurgo – „Casa“ steht wie oft im Italienischen nicht für „Haus“, sondern für „Wohnung“ – sieht heute noch genauso aus, wie sie die Erbauer, das jüdische Bankiersehepaar Morpurgo, 1875 konzipiert haben. Seidentapeten und Spitzenvorhänge umrahmen ein großbürgerliches Interieur aus der Hochblüte der Handels- und Hafenstadt im 19. Jahrhundert.

„Im Gegensatz zum berühmteren Schloss Miramar des Erzherzogs Maximilian, der dort nie gewohnt hat, haben die Morpurgo in ihrer Wohnung wirklich gelebt“, erzählt Lorenza Resciniti. Das spürt man in den Räumen. Zur großen Zeit der Casa war der Eingang des Hauses im Borgo Maria Teresiano abends von Fackeln beleuchtet und von livrierten Dienern flankiert. Kutschen fuhren vor, elegante Damen schwebten in bodenlangen Roben am Arm von Herren in Frack und Zylinder ins Haus. In den Repräsentationsräumen der Casa Morpurgo gibt es Sitzplätze für 100 Personen.

Empfangen wurden die feinen Gäste im Musiksalon mit dem Bösendorferflügel, alles im Stil Ludwigs XV. eingerichtet, alles in herrschaftlichem Rot und Gold gehalten. Nach dem Essen zogen sich die Herren ins „Fumoir“ zurück, um sich Zigarren, Cognac und der Konversation hinzugeben.

Den Frauen war hingegen ein Zimmer mit Puppenmöbeln vorbehalten. Im Damensalon hängt ein großer Spiegel. „Die Damen haben sich hier wohl nur ihre Toiletten und ihre aufwändigen Frisuren zurechtgerückt, bevor sich die Gesellschaft wieder zusammenfand“ meint Lorenza, während sie in die Privatgemächer der Casa Morpurgo schlendert ...

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