Marchfeld: Hart an der Grenze

Niederösterreich. Das Ende der Funkstille ist in Sicht. Wo einst der Eiserne Vorhang zwischen Österreich und der Slowakei hing, lernen die Menschen langsam, ihre Nachbarn zu schätzen.



Sogar die Ruinen lassen erahnen, wie imposant die Burg Devín einst gewesen sein muss. Von den Zinnen aus überblickt man die schmale Pforte, durch die sich die Donau zwängt, um in die pannonische Tiefebene zu gelangen. Ihre Namen – Hainburger, Ungarische und Thebener Pforte – spiegeln die Geschichte des Ortes wider, an dem der deutsche, ungarische und slawische Kulturkreis sich überschneiden. Theben ist die deutsche Form des altslawischen „Dowina“, heute Devín, das bereits in mittelalterlichen Annalen erwähnt wurde.

Am Fuße des Burgfelsens mündet die March in die Donau. Im Vergleich zum breiten Strom wirkt dieser kleine Fluss mit seinen Verästelungen und Auwäldern beschaulich. Doch er hat es ganz schön in sich. Nach schneereichen Wintern fließen aus den Bergen Mährens, wo die March entspringt, ungeheure Mengen Wasser ab und überschwemmen das Marchfeld.

Von 1945 bis 1989 hing über der March der Eiserne Vorhang. Unterhalb der Burg Devín erinnert ein Mahnmal an diese Zeit, und am Ostufer des Flusses stehen noch heute alle paar hundert Meter Bunker, entlang der gesamten neunzig Flusskilometer bis nach Tschechien hinauf.

„Furchtbar war das damals“, erinnert sich die alte Frau auf dem Friedhof von Markthof. Mit den niedrigen, geschlossenen Häuserfronten ist Markthof ein typisches Marchfelder Dorf, nur dass es noch eine Spur verschlafener wirkt als andere. Es liegt in einer Sackgasse, im hintersten Winkel zwischen Donau und March.

„Nachts haben wir oft Schüsse gehört“, erzählt die Frau und zupft am Knoten ihres Kopftuchs. „Grenzsoldaten sind hinter den Flüchtlingen hergeschwommen, mit Messern zwischen den Zähnen.“

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