Kairo: Zu viel ist nicht genug

Laut, chaotisch, überbevölkert und vor allem einzigartig: So beschreibt der TV-Journalist Karim El-Gawhary die Hauptstadt Ägyptens, in der Armut und Reichtum, Moderne und Tradition, Chaos und Ordnung aufeinander prallen



Es gibt ihn, jenen paradiesischen Ort, an dem alle Sinnesorgane gleichzeitig beflügelt werden. Es ist ein permanentes Bad der Reize. Manche behaupten dagegen, er käme eher der Hölle gleich, jener Platz, an dem die Rezeptoren 24 Stunden lang sieben Tage die Woche nicht abschalten können.

Die Einwohner scheinen sich allerdings nicht mit neurologisch-philosophischen Fragen aufzuhalten. „Zu viel ist nicht genug“, lautet das Motto, mit dem die Kairoer ihren turbulenten Alltag bewältigen. Sei es die Lautstärke des Muezzins oder des übersteuerten Autoradios, die schrille Farbe eines Hauses, seien es die bunten Lampen, die hektisch blinkend die Neueröffnung eines Ladens ankündigen, oder die mit Glasperlen bestickten Badeschlapfen in der Auslage des Schuhgeschäfts.

„Kairo – jeden Tag ein Festival“, verkündet ein Plakat an der Auffahrt zu einer der Nilbrücken im Zentrum der Stadt. Solange es nur laut, bunt und schrill zugeht, so lange ist die Welt am Nil in Ordnung. In der Umm Al-Duniya, der Mutter aller Städte, hat sich diese Lebensphilosophie, voll aufzudrehen, ins Unermessliche gesteigert. Vereinzelt gibt es Versuche, den Wahnsinn zu messen.

Das Nationale Forschungsinstitut veröffentlichte eine Studie, laut der in der Innenstadt zwischen 7 und 22 Uhr ein durchschnittlicher Lärmpegel von 85 Dezibel herrscht. Das entspricht in etwa einem in der Nähe vorbeirauschenden Güterzug. Auf den großen Plätzen und Verkehrsknotenpunkten der Stadt wurden im Schnitt sogar 95 Dezibel gemessen – gleich dem Lärm eines Pressluftbohrers.

Vor der schieren Zahl der Menschen, die die Nilmetropole ihr Zuhause nennen, gehen die Statistiken in die Knie. Sie lässt den Atem stocken: Etwas mehr als 18 Millionen, hieß es bei der letzten Volkszählung, die allerdings bekannt dafür ist, dass sie beileibe nicht alle zählt. Und dann sind da noch weitere zwei bis drei Millionen Pendler aus der Umgebung, die jeden Tag in die Hauptstadt zur Arbeit pilgern.

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