Griechenland: Xenophobie in Patras

Das Urlaubsland Griechenland und seine unerwünschten Einwanderer aus Afghanistan. Deren letzte Hoffnung auf ein besseres Leben im reichen Europa scheitert an der Kaltherzigkeit der Behörden und Bewohner.





Die Hafenpromenade von Patras. Auf der einen Seite der Straße das azurblaue Meer und die großen Fähren, die nach Italien fahren. Auf der anderen Seite neue, schicke Mehrfamilienhäuser mit Blick auf das Wasser und das Camp der Afghanen, das an ihr Grundstück grenzt.

Dort stehen rund einhundert armselige Hütten – aus Holzpaletten die Böden, aus Pappe die Wände und Dächer. Darüber Plastikplanen, mit Seilen und Schnüren festgebunden. Sie sollen ein bisschen Schutz vor Wind und Wetter bieten.

Said steht am Eingang des Lagers, er ist 22 Jahre alt, klein und schlank. Said lebt nicht im Lager, er hat nach langem Hin und Her ein Zimmer in Patras gefunden. Als Asylbewerber hat er die so genannte rosa Karte bekommen. Damit hat er das Recht zu arbeiten, er jobbt auf Baustellen, hilft bei den Behörden als Dolmetscher aus und verdient sich so ein bisschen Geld. Fast täglich kommt er ins Lager, um zu übersetzen. Er kennt hier jeden und alle kennen ihn.

„Den Strom zapfen sie illegal an. So viele Menschen ohne Strom, das geht nicht. Sich den Strom von den Leitungen zu holen, ist gefährlich. Einmal ist schon jemand ums Leben gekommen. Aber was sollen sie machen? Die Behörden drehen den Strom immer wieder ab, aber sie gehen wieder drauf, manchmal zehn mal am Tag, ab und an, ab und an“, sagt Said.

Mit dem Strom werden Fernseher oder Radiogeräte betrieben, hier und dort auch ein Kühlschrank. Gekocht wird allerdings fast immer auf Feuerstellen im Freien. Said: „Auch das Wasser wird geklaut. Da hinten in dem Graben sind zwei Schläuche. Die müssen für alle reichen. Das ist natürlich nur kaltes Wasser. Wer seine Teller abspülen will, muss sich anstellen, wer duschen will, auch, und manchmal gibt es Mord und Totschlag darüber, wer zuerst drankommt.“

Am Graben stehen ein paar Männer, um Fleisch für ihr Abendessen zu spülen. Weiter oben putzt sich jemand die Zähne. Ein anderer wäscht Wäsche. An manchen Stellen stinkt es nach Kloake. Es gibt keine sanitären Anlagen, als Toiletten dienen die Büsche oder eben der Graben. Doch insgesamt versuchen die Männer, das Camp trotz der menschenunwürdigen Verhältnisse so sauber wie möglich zu halten.

In einer Ecke des Grundstücks wird gerade eine größere Hütte aus Pressspannplatten gebaut, ein paar Griechen haben sich zusammengetan, um den Flüchtlingen Sprachunterricht zu erteilen. Der überwiegende Teil der Bewohner von Patras reagiert jedoch ablehnend, manche sogar feindselig ...

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