Rom: Bitter schmeckt das Dolce Vita

Rom. Berlusconis Affären, korrupte Politiker, die mächtige Mafia, Müllberge in Neapel, gewalttätige Übergriffe auf Minderheiten und Asylanten, Verbote und missverständliche Sager des Papstes: Das Image von Italien ist ganz schön angepatzt.




Die sympathische Unbeschwertheit der Italiener hat einen deftigen Dämpfer bekommen. „Arrivederci e grazie. Auf Wiedersehen und Dankeschön!“ Mit diesen Worten wurde die 30jährige Laura von ihrem Brötchengeber auf die Straße gesetzt. Fünf Jahre lang arbeitete die Römerin in der Stadtverwaltung.

„Angeblich ist kein Geld mehr da. Deshalb wurden meine Kollegin und ich gekündigt“, erzählt sie. Die letzten Monate im Büro waren hart: „Dreifaches Arbeitspensum bei halbem Lohn, gefolgt von Kündigung.“
Sie rührt in ihrer Espresso-Tasse und löffelt die Vanillecreme vom Cornetto. Vor den Fenstern des Cafés am Lungotevere tobt der alltägliche chaotische Verkehr. Die nahe Engelsburg trotzt dem bleihaltigen Smog.

„Zuerst suchst du den Fehler bei dir, fühlst dich wie von einem Liebhaber zurückgestoßen. Bis du endlich begreifst: Es liegt nicht an dir, sondern du bist Opfer der schlimmsten Krise seit 70 Jahren“, sagt ihre ehemalige Kollegin Annalisa. Die beiden Frauen halten wie zehntausende andere Arbeitslose in der Stadt noch am Mythos fest, „an einem der schönsten Orte der Welt zu leben“. Auch wenn mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten und dem angenehmen Klima keine Kreditraten und Einkäufe zu bezahlen sind und sie in einer schwachen Minute schon an einen Umzug ins Ausland gedacht haben.

Für Millionen von Touristen bleibt Rom auch in Krisenzeiten ein Magnet und büßt nichts von seiner Faszination ein. Über die Ponte Vittorio Emanuele II. rollen wie jeden Mittwochvormittag unzählige Sightseeing-Busse in Richtung Vatikan. Touristen aus aller Welt reihen sich in die Schlange und warten geduldig auf die Generalaudienz des deutschen Paps-tes auf dem Petersplatz. International haben das päpstlich verordnete Kondomverbot und die skandalöse Holocaust-Bischofs-Affäre erst vor kurzem für helle Empörung gesorgt ...

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