Montenegro: Die Russen sind schon da

Das neue Monte Carlo: Ausländische Investoren haben bereits die halbe Küste von Montenegro aufgekauft und bauen Residenzen für Superreiche. Aber die Wirtschaftskrise droht dem Bauboom nun ein Ende zu setzen.




Das schmeckt. Ratko Milinovic beißt genüss-
lich in ein Stückchen Prsut, Schinken. Den hat er selbst gemacht. Notwendig hätte er das nicht mehr, denn seit er im Vorjahr ein brachliegendes Famliengrundstück um viel Geld verkauft hat, braucht er sich um sein Einkommen nicht mehr zu sorgen.

Mit einem satten, zufriedenen Gesichtsausdruck macht er eine ausladende Handbewegung: „Wir sehen von unserem Hof aus das Meer. Für uns ist das nichts Besonderes, aber der Käufer, ein reicher Ire, war so verrückt danach, dass er es unbedingt sofort haben musste.“

Also hat ihm die Familie Milinovic eine von ihrem Haus etwas entfernte Parzelle abgetreten und dafür ein beachtliches Vermögen kassiert. Na gut, das Grundstück war ja tatsächlich etwas Besonderes – mit Blick auf die Boka Kotorska, die idyllische Bucht von Kotor.

Hier schneidet der südlichste Fjord Europas eine norwegisch anmutende Landschaft in mediterrane Karstberge. Die Aussichten sind beeindruckend, ob von oben, von den Kuppen der Hügel oder von unten, vom Boot aus gesehen.

Die Perle der Boka ist Kotor, das Städtchen mit den eierschalenfarbigen Quaderbauten, das an Dubrovnik erinnert und ohne Schrammen den Balkankrieg überstanden hat.

Längst ist es mit der ganzen Bucht Unesco-Weltkulturerbe und ein Inbegriff dessen, was die montenegrinische Küste von anderen Destinationen abhebt: Keine Feriensiedlungen, Hotelanlagen oder Autobahnen zerstören den Charme der Halbinsel, in der sich nur einige Bauernweiler zwischen Feigengärten und Olivenhainen verstecken. Das duftende Strauchwerk der wilden Macchia reicht bis an die Kiesstrände. Fragt sich nur, wie lange noch, denn bei aller Sympathie für das kleine Land ist Opportunismus der montenegrinischen Seele nicht fremd.

Als der Balkankrieg tobte, waren die Montenegriner auf der Seite der Serben, so blieb’s im Land friedlich. Danach besannen sie sich auf die paneuropäische Geschichte, die das Binnenkönigreich Montenegro – den Küstenstreifen erhielt man erst nach dem Zweiten Weltkrieg – von höchsten Kreisen anerkannt wusste ...

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