Maut in Slowenien: Autofahrernepp

Ab 1. Juli 2009 müssen alle Urlauber und Geschäftsleute, die das winzige Autobahnnetz im EU-Zwergstaat Slowenien benützen wollen – und sei es nur die elf Kilometer von der österreichischen Grenze bis Marburg – tief in die Tasche greifen.



Das wegen seines Grenzstreits mit Kroatien in Verruf geratene EU-Mitglied Slowenien hat auf Drängen der EU und der europaweiten Proteste die skandalöse Vignettenpolitik geändert – mit einer neuerlichen saftigen Abzocke: Es kostet zwar ab 1. Juli die neue Sieben-Tage-Vignette 15 Euro und die neue Monatsvignette 30 Euro , dafür wurde die Halbjahresvignette um 35 Euro ersatzlos gestrichen.

Durchschnittlich dauert ein Kroatien-Urlaub rund acht Nächte bzw. zehn Tage. Mit dem neuen Vignetten-Nepp sind Kroatien-Urlauber gezwungen, für die Durchreise durch Slowenien zwei Wochenvignetten zu je 15 Euro oder eine Monatsvignette um 30 Euro zu kaufen. Auch der Preis für die Jahresvignette wurde unverschämt in die Höhe getrieben: Sie kostet künftig 95 Euro statt 55 Euro.

Für so manchen Slowenien- und Kroatienreisenden ist es sinnvoll, noch vorm 1. Juli 2009 eine Halbjahresvignette zu kaufen: Wer weiß, dass er berufsbedingt oder auf Grund seiner Urlaubsplanung mindestens drei Wochenvignetten (3 x 15 € = 45 €) oder zwei Monatsvignetten (2 x 35 € = 70 €) benötigen wird, ist aus heutiger Sicht mit einer Halbjahresvignette (35 €) auf jeden Fall gut beraten.

Eine am 30.6.2009 gekaufte Halbjahresvignette gilt nach Auskunft der slowenischen Autobahnbetreiber-Gesellschaft DARS bis zum 30.12.2009. Halbjahresvignetten sind noch an allen ÖAMTC- Stützpunkten erhältlich.

Die Unverhältnismäßigkeit der Preise und Gültigkeitsdauern macht ein Vergleich mit den Nachbarländern deutlich.

* In Österreich kostet die 10-Tages-Vignette 7,70 Euro, die 2-Monats-Vignette 22,20 Euro.
* In Ungarn bezahlt man für die 10-Tages-Vignette rund 8 Euro, für eine Monatsvignette rund 14 Euro.
* In Tschechien kostet eine 7-Tages-Vignette umgerechnet 8 Euro, für eine Monatsvignette bezahlt man 12 Euro.
* In der Slowakei kann man eine 7-Tages-Vignette schon um 4,90 Euro kaufen, eine Monatsvignette um 9,90 Euro.

Lediglich bei den Jahresvignetten sind die Preisspielräume sehr groß:

* Österreich 73,80 Euro
* Ungarn 122 Euro
* Tschechien 36 Euro
* Slowakei 36,50 Euro

"Jedenfalls fällt Slowenien mit seinem Vignetten-Plan völlig aus dem Rahmen", so das Fazit des Chefs der ÖAMTC-Interessenvertretung, Mario Rohracher.

Die EU ist über das Vorgehen der slowenischen Regierung empört, und die Autofahrerklubs in Deutschland und Österreich laufen Sturm gegen diesen staatlich verordneten Nepp.

"Die EU-Kommission ist gefordert, diese unangemessenen Vignettenpreise und die konsumentenfeindliche Gültigkeitsdauer streng zu prüfen und klare Schritte zu setzen", begrüßt Mario Rohracher die diesbezüglichen Zusagen von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani.

"Das praktizierte Österreich-Modell ist ein gutes Beispiel für eine faire Handhabung. Es sollte dem EU-Nachbar Slowenien als Vorbild dienen", meint der ÖAMTC-Experte. Die EU-Kommission hat inzwischen über 140 Millionen Euro für die Ausbau des slowenischen Straßennetzes eingefroren.

Deutschen und österreichischen Urlauber bliebt nur übrig: Entweder mit Zähneknirschen bezahlen, oder Schleichwege mit längerer Fahrtdauer in Kauf zu nehmen, oder einfach mit der Bahn ausreisen und Slowenien als Urlaubsdestination links liegen zu lassen – so lange, bis in Laibach wieder Vernunft, Verständnis und EU-konformes Denken und Agieren einkehren.






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