Orkneys. Stille Inseln im Atlantik

Der erste Blick auf die Orkney-Inseln täuscht. Denn der schottische Archipel hat mehr zu bieten als Felsen, Whisky und viel Grün. Steinzeitliche Siedlungen zum Beispiel.



Der Wind scheint die baumlosen Hügeln kahlgefegt zu haben. Auf ihnen grasen Kühe und Schafe, einzelne grauverputzte blechgedeckte Bauernhäuschen sind in die Landschaft gestreut. Dazwischen spiegeln glatte Seen und Buchten den endlosen Himmel, auf dem die Wolken tanzen.

„Leg dich in die Heide und lausche“, sagt Malcolm, der Reisen für die fünf Sinne auf den Orkney-Inseln organisiert. „Du hast Zeit.“

Stille? Nein, da unten fährt ein Auto vorbei, noch ein Auto und ein Traktor. Sie verschwinden hinter dem nächsten Hügel. Und das war schon die Orkney-Rushhour, Stoßzeit auf Mainland, der Hauptinsel der Orkneys, weit draußen im Ozean, hinter den schottischen Highlands. Der Wind säuselt über die Heide. Ein Insekt brummt vorbei.

„Spürst du die Heide?“ fragt Malcolm. Der Teppich aus lila-grünen Pflanzen ist erstaunlich weich, bequem wie ein frisch gemachtes Bett. „Man denkt, das sei wertloses Zeug, aber früher haben sie damit Matratzen gefüllt und die Dächer ihrer Häuser isoliert.“

Five-Senses-Tour, Touren der Fünf Sinne, nennt Malcolm seine Fahrten über die Orkney-Inseln. Zum Archipel gehören 100 kleinere Inseln, von denen aber nur 21 bewohnt sind. Malcolm will seinen Gästen elementare Erfahrungen vermitteln. Gefühle, sagt der Mittvierziger, seien die besten Andenken. „Erst mal ankommen, runterschalten, entschleunigen.“

Auf dem Rückweg zeigt er auf Pflanzen am Wegesrand, grün-braunes, vom Wind zerzaustes Gestrüpp. Brennnesseln. Er rupft einen Zweig ab, entfernt die Blätter, teilt ihn mit dem Fingernagel der Länge nach und höhlt die Fasern aus. Dann dreht er mehrere von ihnen wie Taue ineinander. „Zieh mal“, sagt er. Und die Brennnesselschnur hält. Unmöglich, sie zu zerreißen. „Die Natur gibt uns hier alles, was wir brauchen.“

Später hebt er eine leere Muschel am Wegesrand auf, pflückt einen Halm und schält ihn. Von den so freigelegten weißen Fäden legt er je einen in die Auskerbungen der Muschelschale. „Eine Lampe. Wenn du Öl hineinschüttest, brennt sie lange. Und wenn du’s dunkler haben willst, löschst du einen der Halme.“ Ein Steinzeitdimmer sozusagen ...

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