Klettern auf der Alpspitze

Mit dem "Mauerläufersteig" etabliert sich das Gebiet Garmisch-Classic zu einem wahren Klettereldorado.



Der neue Klettersteig führt fast drei Stunden senkrecht durch die Bernadeinwand felsauf – eine Herausforderung sogar für ambitionierte Alpinisten. Doch egal ob lang, alpin und abenteuerlich oder doch lieber kurz, knackig und gut gesichert – nur 15 Minuten von der Bergstation Alpspitzbahn entfernt, eröffnet sich ein gigantisches Potential für alle, die Hand an den Fels legen wollen.

Die Felsen von den Schöngängen bis zu der Bernadeinwand und der Nordwand der Alpspitze bieten ausnahmslos gut gesicherte Routen – von vielseitigen Klettergärten bis anspruchsvolle alpine Touren. Das Kletterangebot, das bislang überwiegend aus leichteren Kletterrouten bestand, wurde jetzt um ein Schmankerl erweitert: Der neue „Mauerläufersteig“ in der Bernadeinnordwand, gehört nun zu einem der schwierigsten Klettersteigen der nördlichen Alpen.

Im Auftrag der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG haben Bergführer Sebastion Buchwieser und Wegebauer Florian Dörfler beim Bau des neuen Klettersteiges penibel auf eine natürliche Trittfolge geachtet und das fast senkrechte Gelände ideal ausgenutzt. Die Route verfolgt eine logische, durch die Felsstruktur vorgezeichnete Linie.

Große Tritte sorgen vor allem beim Umhängen der Karabiner für Sicherheit. 400 Meter Stahlseil schlängeln sich den rauen, festen Felsen hinauf. Dazu wurden unzählige, vier Tonnen tragende Anker gesetzt – dichter, als es der Deutsche Alpenverein (DAV) vorschreibt.

Übermütige Kletterer werden gleich beim Einstieg durch die erste Schlüsselstelle an der Seilleiter zu Recht gewiesen. Es folgen einige moderate Gänge, ehe es an einigen Stellen fast überhängend weiter felsauf geht. Herausfordernd sind vor allem die wenigen Trittstufen und die ausgesetzten Tiefblicke in wahrlich schwindelerregender Höhe.

Die rund 3-stündige Kletterpartie in der schattigen Nordwand gipfelt nach rund 250 Höhenmetern und rund 400 Klettermeter auf dem Bernadainkopf – als Belohnung lockt der traumhafte Blick.

Die spektakuläre Linienführung des schwierigsten Steiges im Gebiet Garmisch-Classic überzeugt auch Klettersteigpapst Eugen E. Hüsler: „Ein sehr attraktiver Klettersteig, der das bestehende "eiserne" Angebot (Alpspitz Ferrata, Nordwandsteig) bestens ergänzt. Kein Anfängerparcours, aber eine tolle Ferrata für erfahrene Klettersteigler, die sich in exponiertem Steilfels sicher zu bewegen wissen.“

Der „Mauerläufersteig“ ist nur mit geeigneter Kletterausrüstung und festem Schuhwerk zu begehen. Zurück geht es über den leichteren „Nordwandsteig“ oder über die Geröllfelder der Schöngänge. Auch eine Erweiterung über den Ostgrat zur Alpspitze ist möglich. Insgesamt dauert die Tour ca. 4,5 Stunden.

Rund um die Bergstation der Alpspitzbahn locken jedoch auch einfachere und kürzere Genusskletter- und Klettersteigtouren, wie beispielsweise die beliebte „Alpspitz Ferrata“, ein leichter Steig mit Drahtseil, Klammern und Stiften im westlichen Teil der Nordwand, der bis zum Gipfel der formschönen Gipfelpyramide der Alpspitze führt. Zudem bescheren über zehn gesicherte Klettergärten Anfängern, Familien, Kindern und allen, die eine kurze Nachmittagsbesteigung planen, Klettergenuss pur.

Routennamen wie „Balu“, „Mogli“ oder „Benjamin Blümchen“ sind am Einstieg des Klettergartens „Müsliprotz“, direkt neben der „Alpspitz Ferrata“, angeschrieben. Die Wettersteinkalk-Platten bieten nette Kletterei mit kurzen grasigen Passagen. Familien mit Kindern kraxeln hier auf geneigten Platten bis zu 30 Meter hoch.

Doppelt so hoch geht es über die Platten und Erosionsrillen bei der „Radelnden Hexe“ zur Sache. Der wunderschön gelegene Klettergarten am Fuße der Alpspitze ist ideal für ambitioniertere Anfänger und Kinder. Perfektes Klettergelände für Alpinisten offenbaren auch die Klettergärten „Himmelsburg“ und „Nodlwand“, ebenfalls in der Nähe der „Alpspitz Ferrata“. Von geneigt, bis überhängend, von TopRope- bis zu Mehrseillängenrouten findet man hier unterschiedlichste Kletterei – Routen wie beispielsweise „Kniebundhose“, „Sepplhut“ oder „Schweißausbruch“ gehen 15 bis 150 Meter hoch.

Zur Belohnung nach den erlebnisreichen Klettertouren lockt auf der Terrasse des Restaurants Alpspitze ein beeindruckendes Panorama, ehe man nach einem sportlichen Tag gemütlich mit der Alpspitzbahn gen Tal fährt.

Weitere Informationen:
www.zugspitze.de

Mehr Reiseinfos unter: onrail.at

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