Waldbrände im Urlaubsland

Waldbrände im Mittelmeerraum, in Kanada und den USA haben viele Urlauber heuer bereits extrem verunsichert. Mit weiteren Bränden muss – wie jedes Jahr in den Sommermonaten – gerechnet werden.



"Sobald es zu Waldbränden kommt, fragen viele besorgte Menschen bei der ÖAMTC-Rechtshilfe nach, ob sie gegebenenfalls ihre bereits gebuchte Reise kostenfrei stornieren können", schildert ÖAMTC-Juristin Gabriele Pfeiffer. Sie hat einige Informationen für Pauschal- bzw. Individualtouristen zusammengestellt.

Das ist vor einem Urlaub in einer brandgefährdeten Region zu tun

Man sollte sich dringend über die Entwicklung der Brände am Laufenden halten (seriöse Medien, Homepage des Ministeriums für äußere Angelegenheiten etc.) und sich auch bei seinem Reisebüro oder Reiseveranstalter informieren.

Steht der Abflug schon unmittelbar bevor, kann man mit dem Veranstalter über Storno oder Umbuchung verhandeln.

Liegt das Hotel genau in einer betroffenen Region und ist die Infrastruktur in der direkten Umgebung durch die Brände stark beeinträchtigt, haben Pauschalreisende Recht auf ein kostenloses Storno.

"Wenn Versorgungseinrichtungen zerstört sind und der Strand, der im Katalog besonders angepriesen wurde, nicht benutzbar ist, dann hat der Urlaub eindeutig seinen Zweck verfehlt", sagt die ÖAMTC-Juristin. Für ein kostenloses Storno muss übrigens keine offizielle Reisewarnung des Außenministeriums bestehen – auch wenn das gerne von Reiseveranstaltern behauptet wird.

Nimmt die Brandgefahr eine Intensität an, die auch bei einem Durchschnittsreisenden Angstgefühle auslöst, ist ein kostenfreies Storno auch ohne Reisewarnung möglich. "Das gilt allerdings nur, wenn der Urlaubsantritt unmittelbar bevorsteht und das Urlaubsziel in einer direkt betroffenen Krisenregion liegt", sagt die ÖAMTC-Juristin. "Sonst heißt es noch zuwarten und die weitere Entwicklung beobachten."

Will der Reiseveranstalter ein berechtigtes Storno nicht zulassen, muss er zumindest eine Umbuchung auf eine gleichwertige Reise anbieten. "Wenn er auch dazu nicht bereit ist oder nach einem Storno die Anzahlung nicht komplett zurückzahlt, sollte der verhinderte Urlauber Kontakt mit einem Konsumentenverband, wie z. B. der ÖAMTC-Rechtsabteilung, aufnehmen", erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Weniger rosig sieht die Lage für Individualreisende aus. Wenn z. B. die gebuchte Fähre planmäßig verkehrt und das (oft über Internet) gebuchte Quartier trotz der Brände noch existiert, wird ein Gratisstorno des Transportmittels oder des Zimmers schwierig. Es empfiehlt sich dennoch ein Verhandlungsversuch mit der Reederei oder dem Zimmerwirt.

Im Urlaub vom Feuer überrascht – wer hilft und wer bezahlt's?

Wenn Pauschalreisende am Urlaubsort vom Feuer überrascht werden, dann ist der Veranstalter verpflichtet, Sofortmaßnahmen zu treffen. Entweder muss den Urlaubern eine gleichwertige Unterkunft außerhalb des Gefahrengebietes angeboten werden, oder der Veranstalter muss auf seine Kosten den Heimtransport organisieren.

Im Fall des vorzeitigen Urlaubsabbruches steht dem Pauschalreisenden übrigens auch ein Anspruch auf Refundierung des nicht konsumierten Teiles der Reise zu.

"Wer eine Reisestorno-Versicherung abgeschlossen hat, erhält unter Umständen die Kosten für den nicht genutzten Teil der Reise bzw. entstandene Fahrtkosten von der Versicherung ersetzt", weiß die ÖAMTC-Juristin. Hier empfiehlt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen.

Eine derartige Versicherung ist auch oft die einzige Chance für den Individualreisenden. Er müsste sich sonst direkt mit dem Vermieter herumschlagen, sofern dieser überhaupt vor Ort anzutreffen ist, oder im nachhinein mühsam mit Agenturen, die oft im Ausland sitzen, streiten. Auch die Mehrkosten für eine vorverlegte Heimreise muss er ohne Versicherung aus eigener Tasche finanzieren.

Auf Campingurlauber lauern weitere Gefahren: Ausgebrannte Fahrzeuge, Wohnmobile und Wohnwagen, sowie vernichtete Kleidung und Hausrat. Hier hilft meist nur eine Versicherung. Eine Kaskoversicherung ersetzt den Zeitwert von vernichteten Fahrzeugen, und die persönlichen Dinge der Urlauber sind durch eine Reisegepäckversicherung geschützt.

Solche Gepäckversicherungen sind oft in Wohnungs- und Gebäudeversicherungen oder in Kreditkarten inkludiert. "Wichtig dabei ist, den Schaden gut zu dokumentieren, nötigenfalls Zeugen zu notieren und die Versicherung so rasch wie möglich zu verständigen", so der Tipp der ÖAMTC-Juristin.

Inhaber eines ÖAMTC-Schutzbriefes haben es gut: Für ihre Heimreise ist bei Ausfall des Fahrzeugs gesorgt. Bei Fragen und Unklarheiten zu diesem Thema stehen die ÖAMTC-Juristen mit Rat und Hilfe zur Seite. Die ÖAMTC-Rechtsberatung ist unter +43 (0) 1 71199 - 1530 erreichbar. Im Notfall erreicht man die Club-Experten auch rund um die Uhr unter der Nothilfe-Telefonnummer +43 (0) 1 25 120 00.

Weitere Informationen:
www.oeamtc.at

Mehr Reiseinfos unter: onrail.at

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