Maine. Über den See und in die Wälder

Wenn die Nächte länger und kühler werden, verwandelt sich Maine in ein riesiges orangerotes Meer. Der Indian Summer lockt dann Besucher an, die sich dem Farbenrausch hingeben



Die meisten Touristen kommen im Herbst, wenn orangefarbene und rote Gummibärchen zwischen braunen Pinienstämmen tanzen. Im Wind sieht es aus, als bestünden sie aus tausenden züngelnden Flammen.

Wir sind in Maine. Und das ist der Pine State. Der Nadelbaum macht 90 Prozent des Waldes aus. „Vielleicht ist das Ziel doch nicht die richtige Wahl“, dachte ich beim ersten Blick auf die Karte, „denn ich will Wälder sehen, die in allen erdenklichen Gelb- und Rottönen leuchten.“

Doch die Bilder der ersten Tage widerlegen meine Befürchtung. Millinocket ist unser erster Stopp. Die Kleinstadt lebt von der Holzindustrie und der Papierherstellung. Aber seit Zweitere in der Krise steckt, einige Papiermühlen verkauft und Belegschaft abgebaut wurden, kommt abends in den Pubs schon mal Unruhe auf.

Glücklicherweise hat General Baxter etwas nördlich der Stadt einen großen Statepark geschaffen. Anfangs wollte man sich mit dem neuen Nachbarn nicht anfreunden, heute profitiert Millinocket als Ausgangspunkt davon.

Am gleichnamigen See liegen die einfachen Blockhütten des Twin Pine Camp. Hier wollte ich Fliegenfischen lernen. Seit ich Robert Redfords Film „A River Runs Through It“ gesehen habe, träume ich davon, am Wasser zu stehen, in perfekter Harmonie mit der Natur zu sehen, wie das Sonnenlicht im Wasser glitzert und das Laub zum Leuchten bringt. Das Wasser und das Zischen der Angelschnur zu hören, wenn ich sie durch die Luft tanzen lasse. Wie Brad Pitt.

Meine erste Erfahrung war anders. Es lag noch dicker Nebel über dem See, aber das war nicht das Problem. Ich war mir über zwei Dinge nicht im Klaren gewesen: wie elastisch die Angelroute ist und über den Baum hinter mir. Die Angelschnur verfing sich in den Ästen und ich hatte statt der kunstvoll gebundenen Fliege ein gelbes Blatt am Haken.

„I thought you were a leafpeeper“ sagte Greg, „but I think you are a leafpicker.“ Im Camp war das fortan mein Spitzname ...

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