Moldawien. Rubel, Trubel, Trunkenheit

Ostblock-Charme und kommunistischer Mief. Fremde stehen
in der Republik Moldawien korrupten Uniformierten und der Frage gegenüber, ob Transnistrien doch zu Moldawien gehört




Der gängige Durchreisetarif an der namenlosen Zollstation im Nirgendwo des europäischen Ostens liegt bei zehn Euro. Hier kann sich jeder länger wieder finden, als ihm lieb ist, trotz gültiger Visa für Moldawien.

Doch wer nimmt hierher schon den Linienbus von Odessa, der ukrainischen Schwarzmeerstadt? Keine Fahnen gibt’s da, keine Wappen, nur ein Plumpsklo hinter der Wand. Kaum Verkehr, aber viele Männer mit Sonnenbrillen und Sakkos, wie sie noch Leonid Breschnew getragen hat, der hier 1950 KP-Generalsekretär war.

„Nicht viel für dich, Towarisch“, zeigt sich Genosse Dimitrov wohlwollend, lässt die roten Scheine in seiner grünen Uniformtasche verschwinden und reicht uns feierlich die Pässe zurück, die er gemeinsam mit Genosse Popov solange durchgesehen hat, bis der Linienbus nach Tiraspol ohne uns abgefahren ist.
Schließlich muss jeder Reisende in einem dicken Buch handschriftlich registriert werden. Das kostet und dauert.

„Das ist Transnistrien, nicht Moldawien.“ Aha. Transnistrien ist kleiner als Vorarlberg und Teil Moldawiens, aber seit 1992 auch wieder nicht, nachdem man sich dort für unabhängig erklärt hat und Putins Russland für Ordnung sorgt.

Behörden gibt’s hier so viele wie Uniformen, und leider wollen alle zehn Euro – für den Zoll oder den geheimen Grenzschutz etwa. Dimitrov hat heute früh Schluss gemacht, seinen gelben Lada sehen wir nur noch von hinten ...

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