Istanbul. Orient trifft Okzident

Chaos auf den Straßen, Menschenassen auf dem Basar, laute Rufe des Muezzins und ausufernde Lebensfreude an jeder Ecke: Besucher lieben Istanbul oder sie hassen es. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wird sich die Mega-Metropole zweier Kontinente so zeigen, wie sie immer ist: verstörend.




Die weißen Schiffe neben der Brücke werfen das Sonnenlicht zurück ins Wasser. Die Möwen kreischen aufgeregt und drehen ihre Runden über unseren Köpfen, ihre Schatten huschen übers Meer am Goldenen Horn in Istanbul.

Wir spazieren über die Galata-Brücke. Sie verbindet die beiden europäischen Teile Istanbuls miteinander. Dutzende Fischer stehen nebeneinander auf der Brücke, halten lässig ihre Angelruten ins Meer. Auch an den Ufern des Goldenen Horns stehen Angler so weit das Auge reicht.

Dazwischen wird der Fang aus dem Meer verkauft: Sardinen, Sardellen, Kalamari, Garnelen, Wolfsbarsch und Schwertfische. Frisch aus dem Marmarameer landen die Sardinen auf dem Grill, werden mit etwas grünem Salat und einigen dünnen Tomatenscheiben in knusprigem Weißbrot serviert. Das macht hungrig, das schmeckt.

Istanbul schmeckt aber auch nach salziger Haut, nach großer weiter Welt, nach Toleranz, Liebe und Freude, garniert mit ehrlicher Gastfreundschaft und einem Hauch strenger Disziplin im Abgang. Obwohl die Stadt überbevölkert, laut und teilweise deprimierend und armselig wirkt, wird der Alltag, das Leben in Istanbul gelassen angenommen.

Mehr als zwölf, vielleicht sind es sogar auch 15 Millionen Menschen, die hier an der Schnittstelle zwischen West und Ost, zwischen zum Himmel strebenden Wolkenkratzern, prunkvollen Moscheen, verfallenden Altstadtvierteln, verwilderten Gärten und verwunschenen Villen wohnen. Istanbul gehört nach Mumbai in Indien und Karatschi in Pakistan zu den drei bevölkerungsreichsten Metropolen der Welt.

Der türkische Autor und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, der sich nach Äußerung über die dunklen Seiten der türkischen Geschichte in einem Interview einer Anklage wegen „Beleidigung des Türkentums“ gegenübersah, lebt nahe dem Taksim-Platz. Die kulturell lebendige Atmosphäre rund um diesen Ort zieht viele junge Leute und Intellektuelle an. In seinen Büchern und Interviews kritisiert Pamuk immer wieder den Mangel an Demokratie und den Nationalismus, der den Türken schon im Schulalter eingeimpft wird.
Aber Istanbul ist nicht Ankara. Die pulsierende Stadt am Bosporus schlägt Brücken von Asien nach Europa, von Europa nach Asien ...

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