Sarajevo. Ein bisschen Frieden

Während des blutigen Balkankriegs in den 1990er Jahren wurde die bosnische Metropole Sarajevo vier Jahre lang belagert, beschossen, zerstört. Heute blicken viele Bewohner optimistischer in die Zukunft, andere kämpfen noch mit Erinnerungen und Emotionen.



Der Zug rollt langsam in den Bahnhof ein. Auf den Nebengleisen ausgebrannte, verrostete Skelette von Waggons, das Betondach von Granatlöchern übersät. Das also ist Sarajevo, das in den 1990er Jahren die Welt erschütterte. Erschreckende Bilder von Krieg und Zerstörung, von unsäglicher Trauer und nackter Gewalt tauchen auf.

Unser Blick bleibt am gläsernen Avaz Twist Tower hängen. Seit 2008 ragt er 170 Meter in den Himmel, anmutig, selbstbewusst – Sarajevos Blick in die Zukunft. Der moderne Wolkenkratzer ist ein Zeichen dafür, dass neue Zeiten anbrechen, dass sich die Menschen in Sarajevo nicht geschlagen geben.

„Man nennt uns Trotz-Menschen“, sagt Elvira, 24, unsere Fremdenführerin, und erzählt vom Überlebenswillen der Bewohner, von der Geschichte des Trotz-Hauses, das am südlichen Ufer des Miljacka steht. Im späten 19. Jahrhundert, als das Rathaus geplant wurde, sollte das kleine Häuschen weichen. Doch der Besitzer weigerte sich, gab erst nach, als er finanziell ordentlich entschädigt und sein Haus auf der anderen Seite des Flusses Stein für Stein wieder aufgebaut wurde.

Heute werden hier typisch bosnische Spezialitäten serviert, der Blick fällt hinüber auf die Ruine des unter k.u.k. Herrschaft erbauten Rathauses Vijecnica, das von 1948 an als Bibliothek benutzt wurde. Während der Belagerung der Stadt durch bosnische Serben zwischen 1992 und 1996 wurde das Gebäude schwer beschädigt, eine Million Bücher verbrannten.

Hinter der mahnenden Ruine erstreckt sich das unter Osmanen erbaute Bascarsija-Viertel mit Moscheen, Medresen, Tuchhallen und Handwerksbetrieben. Auf dem Hauptplatz flattern tagsüber hunderte Tauben, buhlen ums Futter, vielleicht zieht sie auch das Wasser des hölzernen Brunnenhauses an, eines der Wahrzeichen der Stadt. Eine Legende besagt, wer aus dem Brunnen trinke, werde wieder nach Sarajevo zurückkehren.

Vom Platz weg verzweigen sich gepflasterte Gassen mit Ladenzeilen aus kleinen Holzbuden. Händler bieten Teppiche, Schmuck und touristischen Tand an. In der Kazandziluk-Straße dröhnt das Hämmern der Kupferschmiede aus den Läden. Teller, Krüge und Kaffee-Sets zum Brühen der echten „Bosanska Kafa“, des Türkischen Kaffees, werden von Hand hergestellt ...

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