New York City. Hello, Yellow Cab!

Ihr unverfälschtes Gesicht zeigt die Megacity New York aus dem Taxi. Eines der zahlreichen gelben Autos erwischen, die sich durch Manhattan stauen, ist allerdings eine Herausforderung für jeden Touristen.




Saed Mokatir hupt täglich drei, bremst sechs und tritt nur zwei Stunden aufs Gaspedal. Denn meistens steht er im Stau. Zwischendurch trippelt er nervös mit den Fingern aufs Lenkrad, zuckt mit den Augen von Spiegel zu Spiegel, wechselt die Spur in der Hoffnung, es möge zwei Meter Geländegewinn bringen, einen kleinen Vorsprung vor den anderen.

Der Mann ist im Stress. Jeden Tag. Saed ist Taxifahrer in New York. Und er versteht nicht, warum ein Stau für manche seiner ausländischen Fahrgäste ein Hochgefühl ist, dass sie diese Stadt gerade im Taxi unmittelbar spüren, weil sie plötzlich mitten im Lebensrhythmus der Mega-Metropole stecken, nur durch eine gelb lackierte Karosserie von der Welt da draußen getrennt sind.

Wäre die Stadt ein Organismus, würde New York Taxis ein- und ausatmen. Oder sie schwämmen durch die Straßen wie Blutkörperchen durch die Aorta. In endlosen Strömen werden sie von frühmorgens bis spätnachts über die Williamsburg Bridge und durch den Queens Midtown Tunnel gepumpt, sortieren sich an den Ampeln neu, umfließen Engpässe, rauschen an Gabelungen in alle Abzweigungen hinein.

Die Fahrer dieser Yellow Cabs sind Legende. Ihr Alltag hat Filmstoffe geliefert. Stars von Robert de Niro in „Taxi Driver“ bis Armin Mueller-Stahl in „Night on Earth“ sind in ihre Rolle geschlüpft. Die meisten Taxifahrer kurven im Spritfresser Ford Crown Victoria durch die schnurgeraden Straßen, durchschnittlich müssen sie ihre Fahrzeuge nach drei bis fünf Jahren wechseln. Seit Oktober werden im Rahmen der Öko-Initative von Bürgermeister Michael Bloomberg nur noch Wagen zugelassen, die höchstens 9,4 Liter verbrauchen.

„That City, that doesn’t sleep, diese Stadt, die niemals schläft“, sang Frank Sinatra. Ließe sich Wahrheit steigern – der Song wäre nie wahrer als jetzt: Manhattan ist das Herz der Stadt. Schnell, nicht zur Ruhe zu bringen, in immerwährender Aktivität gefangen.

Saed Mokatir ist Teil dieser Hektik und pendelt hauptsächlich zwischen Flughafen und Downtown Manhattan. Die Gesichter im Rückspiegel wechseln im Minutentakt. Zwei Dollar fünfzig Grundgebühr kassiert er, dazu vierzig Cent pro Fünftelmeile. Die Menschen auf der Rückbank blicken ihm über die Schulter, schauen über das abgewetzte rote Kunstleder der Sitzbezüge durch die Scheibe, beachten sein Namenschild mit Passfoto und Lizenznummer nie.

Für sie gibt’s Wichtigeres zu sehen: auf der Fahrt vom Airport JFK in Brooklyn hinein ins Zentrum, über den East River nach Manhattan, vorbei an all den Bildern, die sie aus dem Kino kennen oder vom letzten Citytrip ...

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