Erfurt: Jüdisches Leben

Im historischen Stadtkern der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt steht nach umfassender Sanierung die älteste erhaltene Synagoge Mitteleuropas. Sie wurde im Herbst 2009 eröffnet. Auf Grund ihres weitgehend originalen Bauzustandes – die erste Bauphase fand um 1100 statt – gilt sie als kultur- und bauhistorische Besonderheit.



Die Alte Synagoge ist mit ihren ältesten Bauteilen aus dem 11. Jahrhundert die älteste, bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Hier ist 2009 ein außergewöhnliches Museum entstanden: Aus Erfurt stammen eine Reihe mittelalterlicher Sachzeugnisse, die seit 2009 im Museum in der Alten Synagoge ihren Platz haben.

Zusammen mit der Dokumentation der Baugeschichte der Synagoge selbst sollen sie in ihrer Verbindung ein Schlaglicht auf die Geschichte der Erfurter Gemeinde werfen, die im Mittelalter eine herausragende Stellung in Europa innehatte.

Schon im 11. Jahrhundert waren in Erfurt Juden ansässig. Seit dieser Zeit spielte die jüdische Gemeinde eine wichtige Rolle für die Stadtentwicklung. Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Blüte wechselten sich hier wie anderswo mit grausamen Verfolgungen ab, mehrfach wurden die Juden aus Erfurt vertrieben.

So unterteilt sich die Geschichte der Erfurter Juden in drei Phasen: Das Mittelalter vom ausgehenden 11. Jahrhundert bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert sowie die Zeit seit Kriegsende bis heute.

Seit 2000 gibt es „Via Schalom“, die Jüdische Kulturinitiative in Thüringen. „Via Schalom“ bedeutet "Weg des Friedens". Der Weg soll über eine Reihe von Kulturveranstaltungen (Jüdisches Café) und ein Radioprogramm (Radio Schalom) zu einem besseren Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden führen.

Das jüdische Leben in Deutschland wird zunehmend durch Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion geprägt. Für die jüdische Kultur bedeutet dieses neue Chancen, neue Einflüsse, neue Impulse. Zugleich ist es eine große Herausforderung, die neuen Bürger zu integrieren. „Via Schalom“ will diesen Prozess in Thüringen erleichtern und dem interkulturellen Dialog dienen. Das Misrach-Quartett unterstützt „Via Schalom“ mit seinen Musik- und Tanzauftritten.

Die Jüdische Landesgemeinde lädt einmal im Monat zu Konzerten, Lesungen und Vorträgen ein. Kunstworkshops und Tanzveranstaltungen regen zum Mitmachen an und im Gespräch mit den Gemeindemitgliedern kann man viel über jüdische Kultur erfahren.

Mehr Reiseinfos unter: onrail.at

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