Rom. Die Stadt des Vatikans

Mehr als ein Viertel von Rom gehört dem kleinsten Staat der Welt: Ob Kirchen, Palazzi, Villen, Wohnungen, Geschäfte oder Kinos – der Vatikan ist der größte Grund-besitzer und Immobilienhai am Tiber.



Der Stadtteil Monteverde nahe dem Gianicolo ist jenes Viertel, wo ich meinen Wohnsitz habe. Wenn ich ins Zentrum oder ins Parlament muss, nehme ich häufig das Fahrrad. Die vier Kilometer sind bergab leicht in einer Viertelstunde zu bewältigen.

Ich radle durch die Via Poerio nach Trastevere hinunter und überquere den Ponte Garibaldi; dann fahre ich auf der anderen Tiberseite durch die Via Arenula, Via di Santa Chiara, Via della Minerva, Via degli Orfani, und schon bin ich am Palazzo Montecitorio, dem Sitz des Parlaments. Eines Tages kam mir in den Sinn, alle Gebäude kirchlicher Einrichtungen zu zählen, denen ich auf meinem Weg begegnete.

Ich beginne in der Via Poerio, wo sich eine der zauberhaftesten und geheimnisvollsten Ecken Roms befindet: ein riesiges ehemaliges Nonnenkloster aus zwei Palazzi in rotem Ziegelstein um einen Garten voller Rosen, Palmen und Oleanderbüschen, von dem man einen großartigeren Blick auf Rom hat als vom Gianicolo. Eines Tages werden sie das Ganze verkaufen, heißt es im Viertel, und daraus das luxuriöseste Hotel von ganz Rom machen, das sogar das berühmte Hassler oberhalb der Spanischen Treppe in den Schatten stellen wird.

In dem einen Palazzo ist die Ordensgeneralität der Gesellschaft Maria Padri Maristi, im anderen die Kongregation der Christlichen Doktrin aus Nancy untergebracht.

Im Katasteramt sind die Gebäude mit 26.655 Kubikmetern und einem Einheitswert von 4.130.000 Euro angesetzt. Der Marktwert beträgt bei sehr vorsichtiger Schätzung 20.650.000 Euro. Das Kloster befindet sich zwischen dem Pflegeheim Sacro Cuore und der Klinik Salvator Mundi, aber ich habe beschlossen, Kirchen und Krankenhäuser außer Acht zu lassen.

Unmittelbar danach stoße ich in der Via Bandiera auf das Haus der Ursulinen SS. Crocefisso und auf die Generalverwaltung der Franziskanerinnen Croce del Libano: vier Millionen Kubikmeter, Wert sechs Millionen Euro.

In der Via Saffi geht’s vorbei an den franziskanischen Missionsschwestern vom Heiligen Kreuz und der Generalverwaltung der Brüder der Heiligen Familie: zehn Millionen Kubikmeter, zehn Millionen Euro. An der Piazza Sonnino in Trastevere steht das eindrucksvolle Kolleg San Crisogono: 20 Millionen Kubikmeter, 18.300.000 Euro.

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