Kapstadt. Leben unterm Tafelberg

Auch nach dem Ende der Apartheid kämpfen viele Bewohner von Kapstadt mit Diskriminierung. Ein Lokalaugenschein im Austragungsland der Fußball-WM.



Ein kleiner Bub steht auf dem Dach und ficht mit einem unsichtbaren Gegner. Seine Gestalt ist das Einzige, was aus den niedrigen Blechhütten herausragt – bis auf die Flutlichter eines Stadions in der Ferne.

Die Hütten und Häuser in den Townships durften zu Zeiten der Apartheidspolitik nicht höher gebaut werden als die Zäune ringsum. Zu groß war die Angst der Buren, die Weggesperrten nicht kontrollieren zu können. Die Townships hatten einen Ein- und einen Ausgang. Bei Unruhen schloss man sie.

Die Apartheid ist zwar Geschichte, die Townships sind aber Realität. Endlose Reihen von Hütten für die schwarze Bevölkerung, kleine Häuser in den Siedlungen für die „Farbigen“ – eine Einteilung, für die es allerhand absurde Tests gab. Als Substanz gewordenes schlechtes Gewissen der Weißen säumen diese Häuser die Ausfahrten aus Kapstadt.

Trotz der Elendsviertel ist Südafrika seit dem Ende der Apartheid dank grandioser Landschaft, hervorragender Weine und ausgezeichneter touristischer Infrastruktur zu einem beliebten Reiseziel geworden.
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird das Land, wenn alles so funktioniert wie die FIFA hofft, auf der Liste der Top-Destinationen endgültig nach oben katapultieren, besonders das an mehreren Buchten gelegene und vom majestätischen Tafelberg bewachte Kapstadt.

Dennoch hat die sonnige Metropole am Kap ihre Schattenseiten. Das Erbe der Rassenpolitik sorgt für anhaltende soziale Ungleichheit, die Kriminalität nach sich zieht. Kapstadt gilt sicherer als Johannesburg – nicht zuletzt wegen der vielen Kameras in der City. Dennoch sind Urlauber gut beraten auf den touristischen Pfaden zu bleiben und auf Abstecher in unbekannte Viertel zu verzichten.

Zu sehen gibt es auch so genug: Pinguine am Boulders Beach, Affen im Nationalpark am Kap der Guten Hoffnung und die städtebaulichen Eigenheiten der Apartheid. In knalligen Farben leuchten die Fassaden im Malaien-Viertel Bo Kaap, einst Heimat der muslimischen Bevölkerung, heute eine trendige Wohngegend, die die älteste Moschee der südlichen Hemisphäre beherbergt.

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