Brighton. Steife Briten, schrille Typen

Im 19. Jahrhundert genoss Prinz George IV. ein zügelloses Leben in Brighton. Heute zieht das „London by the Sea“ schrille Gestalten und Badegäste an.



Ben Davie ist begeistert. „Hier arbeiten ist wie ein Traum“, sagt der Hotelmanager und rauscht davon. Ein Kunde braucht Hilfe. In einem glitzerblauen Kleid stöckelt ein hell blondierter Gast die Treppe herunter. „Wo muss ich hin?“ Letzte Absprachen für den Auftritt des Transvestiten bei der Aids Memorial Benefiz Party im Charles Club nebenan.

Ben weist den Weg, muss noch schnell ins Büro und erzählt weiter: „Mit 17 bin ich von zu Hause weg, um hier herzuziehen.“ Inzwischen hat er fast sein halbes Leben in Brighton verbracht und will „nie mehr weg“.
„Manager“ steht auf Bens Visitenkarte unter dem Namen des „Hotel Amsterdam“. Daneben leuchtet das Regenbogenlogo. Das „Amsterdam“ ist ein „gay run business“, ein von Schwulen und Lesben geführtes Hotel. Die Hälfte der Gäste sind Homosexuelle. Ganz normal, im Brightoner Stadtteil Kemptown, wo an jeder dritten Kneipe die gestreifte Regenbogenfahne der Schwulen und Lesben fröhlich flattert.

„Hier kann ich mit meinem Partner Händchen haltend durch die Stadt gehen“, freut sich der stille, nachdenkliche Ben. „Höchstens Touristen schauen uns manchmal etwas irritiert an.“

In der Bar sitzen einige Männer, jeder allein an einem der schlichten, hellen Holztische. Sie scheinen zu warten. Muskulöse Körper, enge Jeans und anliegende T-Shirts. Sie mustern jeden, der den kühl gestylten Raum betritt. Der junge Barkeeper bringt schweigend die Drinks. Aus dem riesigen Flachbildschirmfernseher unter der Decke füllt „Losing my Religion“ von R.E.M. klangmächtig den Raum.

Draußen vor den wandgroßen Fenstern verschwimmt der Brighton Pier, Europas größte Seebrücke, im kühlen Stahlgrau des Meeres. An der Strandpromenade und auf dem Pier gehen die Lichter an.

Nebenan im Charles Club singt der Transvestit von den „Sahneschnittchen“, die er am Strand in Mexiko bewundern durfte und von der Vergänglichkeit des eigenen Körpers ...

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