Italien. Kleine Welt als großes Kino

Kirche gegen Kommunismus: Don Camillo und Peppone haben das idyllische Dorf Brescello am Ufer des Po berühmt gemacht. Und bringen den Bewohnern noch heute Geld.



Die 50er Jahre in Italien: Im ganzen Land herrscht Frieden. Nur in einem kleinen Dorf in der Po-Ebene wird gestritten, dass die Fetzen fliegen. Ein kommunistischer Bürgermeister und ein gewitzter Geistlicher liegen sich in den Haaren – aus rein politischen Gründen. Menschlich verbindet Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, und Don Camillo Tarocci mehr, als sie ideologisch voneinander trennt.

Die fünf Filme, die zwischen 1951 und 1965 in Brescello, einem Ort in der Emilia Romagna, nach den Erzählungen von Giovannino Guareschi gedreht wurden, leben vom Konflikt zwischen Politik und Religion, der seinerzeit so brisant war, dass sich keiner der führenden Regisseure des Landes an den Stoff heranwagte. So drehte mit Julien Duvivier ein Franzose die ersten beiden Filme.

In Brescello hat sich auf den ersten Blick seither wenig geändert. Vor der Kirche Santa Maria Nascente steht seit 2001 eine Statue Don Camillos, vorm Rathaus schräg gegenüber die seines weltlichen Widersachers. Noch immer scheinen sich die beiden aus den Augenwinkeln zu beobachten. Aus diesem Grund war die Wahl des Drehorts auf Brescello gefallen – es ist das einzige Dorf in der Region, in dem Kirche und Rathaus einander nicht frontal, sondern schräg gegenüber stehen.

Die Cafés und Bars rund um die Piazza sind an diesem sonnigen Tag gut besucht. Senioren debattieren, Eltern schaukeln Kinderwagen. Vor der Kirche spielen Buben Fußball. In ihrem Inneren betrachten die Besucher den sprechenden Jesus am Kruzifix, mit dem Don Camillo sich in allen Fragen berät. Diskret ist er in einer Seitenkapelle untergebracht, damit die Besucher die Gläubigen nicht stören.

Vor der Tür fotografieren Touristen einander mit den Statuen. Rund 50.000 Menschen besuchen jedes Jahr das Dorf von Don Camillo und Peppone. „Die meisten sind Europäer“, erzählt Simone Manzotti. Die Kölnerin folgte ihrem Mann in seinen Heimatort und zeigt nun deutschen Touristen die Drehorte zu den Außenaufnahmen. „Mittlerweile kommen auch Amerikaner, weil einige Unis Brescello als typisches italienisches Dorf in die Programme ihrer Europareisen aufgenommen haben ...“

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