Hongkong. Money statt Marx

Nach 50 Jahren britischer Herrschaft läuft in Hongkong das Geschäft auch unter chinesischer Kontrolle. Doch das rasante Wachstum hat dem Charme der City zugesetzt.



Herr Rajiv ist 78 und sehr zufrieden. Die Chunking Mansions, das schmutzige Hochhausmonster-Labyrinth aus düsteren Hinterhöfen und nepalesischen Restaurants, ratternden Textilfabriken und lurchigen Billigabsteigen, haben 99 Jahre britische Herrschaft überlebt.

Und elf Jahre China, zeigt sich nicht nur der alte Inder auf Stock 17c-3 bei einer Tasse Milchtee erleichtert: „Ich denke, die lassen uns jetzt in Ruhe.“ Die schäbigen Rattenburgen in Tsimshatsui, dem gleißenden Geschäftsviertel von Kowloon, werden seltener.

Die Briten mögen gehen und die Chinesen kommen. Aber ist das nicht überall so? Die Sorgen der Welt um den einstigen Opiumhafen am südchinesischen Meer hatten sich jedenfalls flugs in den grellen Neonreklamen aufgelöst.

Hongkong wurde 1997 – wie Macao 1999 – zur „Special Administrative Region“ (SAR) innerhalb Chinas. Es behielt seinen Hongkong-Dollar und die Pferderennen im Happy Valley. Ein Glücksfall für alle Beteiligten: ein Land, zwei Systeme, und Big Business für alle. Garantiert auf 50 Jahre und wohl auch länger. Der diktatorische Big Brother im fernen Peking ist wohlwollend, solange Geschäfte gemacht werden und keine Politik.

Young, strong and healthy: Die durchgestylten Businesspeople wieseln weiter durch die Straßenschluchten von Hongkong und die kilometerlangen Unterführungen darunter. Ein uniformer Strom von dunklen Anzügen und adretten Kostümen, auf der täglichen Suche nach Money und Mac.

Dynamische Metropolen lassen keine Zeit für beschauliches Dinieren. Fastfood hält fit, Jamie Olivers Sandwiches schmecken, und das Bayerische Hofbräuhaus in der Goldenen Meile von Kowloon verwöhnt vor allem die Touristen, die ein bisschen China kosten und auf deftige Stelzen und gezapftes Bier nicht verzichten wollen ...

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